Anja Trinklein
Heilpraktikerin
Praxis für Klassische Homöopathie

Verlaufsbeurteilung einer homöopathischen Krebsbehandlung

Auszug aus:

Dr. med. Jens Wurster: Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierter Tumore

„Wenn man Tumorpatienten homöopathisch behandeln möchte, ist es ganz wichtig, dass man klare und objektive Verlaufskriterien heranzieht, um zu beurteilen, ob das Mittel wirkt. Man muß sehr verantwortungsvoll handeln und immer das Beste für das Wohl des Patienten wollen. Wenn aber z.B. der Patient sagt, es gehe ihm wunderbar, aber der Tumormarker steigt kontinuierlich oder ein Brusttumor wächst, dann müssen wir das Mittel hinterfragen, oder in manchen Fällen eine Operation erwägen. Es ist kein Versagen der homöopathischen Therapie, wenn man die Schulmedizin mit einbezieht. Ich selbst bin zum Beispiel kein Freund der Chemotherapie, aber ich habe bei manchen sehr schnell wachsenden Tumoren mit einer Chemotherapie eine Reduktion der Tumormasse beobachtet und wir hatten etwas Zeit gewonnen, damit die homöopathischen Mittel greifen konnten. Ich konnte auch bei einigen Patienten beobachten, wie unter einer Chemotherapie die Tumore rasch wuchsen und dann begann man mit der Homöopathie, begleitend zur Chemotherapie, und die Tumore gingen zurück. Das Immunsystem ist immer der Schlüssel zur Heilung und wenn es uns gelingt, mit der Homöopathie das Immunsystem wieder anzuregen, dann wirkt es gegen jeden Tumor stärker als jede Chemotherapie.

Wie kann man einen Verlauf einer homöopathischen Krebstherapie richtig beurteilen?

Wir brauchen

A) eine Liste mit Verlaufsparametern, die die aktuellen Beschwerden des Patienten wiedergeben. Nach der Anamnese wird mit dem Patienten besprochen, welche Symptome er als wichtig ansieht, die mit dem homöopathischen Mittel gebessert werden sollten (z.B. Schmerzen im Tumor, Schlafstörungen, Ängste, Atemnot, Herzklopfen, trockener Mund in der Nacht etc.). Dann werden natürlich auch die für den Arzt wichtigen Parameter wie Blutdruck, Laborparameter, Medikamente etc. in die Verlaufsparameterbogen mit aufgenommen.

B) eine Liste mit miasmatischen Symptomen ist sehr nützlich, um den Verlauf auf lange Sicht zu beurteilen. Es ist wichtig, um den Verlauf richtig beurteilen zu können, welche miasmatischen Symptome verschwinden oder welche erscheinen, um dann gezielte Zwischengaben von antimiasmatischen Mitteln oder Nosoden einzusetzen (Thuja, Medorrhinum, Syphilinum, Tuberculinum etc.). Die miasmatische Symptomenliste ist auch deswegen sehr sinnvoll, um die Heilungsrichtung zu beurteilen. Zum Beispiel, wenn ich einem Tumorpatienten ein psorisches Mittel gebe und es kommen lauter syphilitische Zeichen (z.B. bohrende Schienbeinschmerzen nachts), dann ist das Mittel falsch. Die Heilrichtung geht von der Syphilinie über die Sykose zu der Psora.

Tägliche genaue Beobachtung und Rückmeldung

Die Beurteilung der Symptome und die Reaktionen auf die Q-Potenzen sind sehr wichtig. Es ist günstig, wenn man Krebspatienten einige Tage stationär beobachten kann.

Beurteilungskriterien zur Verlaufsbeurteilung

1. Wie fühlt sich der Patient?
Der Patient erkennt schnell, ob ihm ein Mittel gut tut oder nicht.

2. Wie ist die Energie des Patienten?
Wenn die Energie unter einem Mittel zunimmt, ist das schon mal ein gutes Zeichen.

3. Wie verändern sich die Verlaufsparameter?
Wenn die subjektiven Parameter besser werden, sind wir schon auf einem guten Weg, aber es ist auch ganz wichtig, die objektiv messbaren Parameter wie Blutdruck, Tumormarker, Gewicht, Ausscheidungen etc. zu kontrollieren. Wenn z.B. der Patient über gesteigertes Wohlbefinden mit der gegebenen Q-Potenz berichtet, aber der Blutdruck steigt kontinuierlich, dann ist das Mittel sehr wahrscheinlich falsch.

4. Schmerzreduktion
Nach richtiger Arzneimittel wähl sollte nach ein bis drei Tagen eine Reduktion der Schmerzen erfolgen. Es empfiehlt sich, mit Q-Potenzen zu beginnen, um die Erstverschlimmerung zu vermeiden. Bei starken Schmerzzuständen ist es auch möglich, die C-Potenzen in Wasser aufgelöst mehrmals hintereinander zu geben. Das ist die einzige Ausnahme, bei der man die C-Potenzen (Potenzierung) so oft wiederholen darf.

5. Aussehen des Patienten
Wenn wir gute Mittel geben, werden die Menschen schöner und gesünder aussehen. Man kann es manchmal sehr deutlich sehen, ob jemand ein gutes
Mittel bekommen hat.

6. Blutdruckmessungen
Wenn unter einer Q-Potenzen der Blutdruck stark ansteigt oder abfällt, ist das Mittel wahrscheinlich falsch.

7. Hautbeschaffenheit
Wenn die Haut trocken oder faltig wird, die Farbe grau oder gelb, dann sollten wir das Mittel noch einmal überdenken. Das gute Mittel wird die Beschaffenheit der Haut verbessern, kann aber auch einiges auf die Haut werfen, sodass am Anfang einer Kur Hautausschläge aller Art erscheinen können.

8. Augen
Man sagt, die Augen sind der Spiegel der Seele. Das trifft es sehr gut, denn die Augen sollten unter den guten Mitteln „schöner" werden, d.h. sie sollten klarer, weniger gerötet werden. Verfärbungen des Augenweißen sollten zurückgehen.

9. Zunge
Endlich darf der Patient mal dem Arzt so richtig die Zunge rausstrecken und der geschulte Arzt wird die Zunge mit gleicher Begeisterung wie die Morgenzeitung lesen. Die Zunge spiegelt den gesamten Verdauungstrakt wieder und wir erhalten viele Hinweise auf die Funktionsfähigkeit mancher Organsysteme (z.B. Zahneindrücke bei Milz-Chi-Mangel). Die Zunge kann sehr viele Hinweise auf das Arzneimittel geben und als Verlaufsparameter herangezogen werden (z.B. Landkartenzunge, Zahneindrücke, rote Zungenspitze, Beläge etc.).

10. Kontrollen veranlassen
Ultraschall, MRT, Blutwerte, Tumormarker etc.

11. Bewertung der Reaktionen auf die Q-Potenzen
Die Beurteilung und Bewertung der Reaktionen auf die Q-Potenzen entscheidet, ob mit diesem oder einem anderen Mittel weitergemacht wird. Die Reaktionen der Q-Potenzen richtig zu bewerten gehört zu den größten Schwierigkeiten in der Krebsbehandlung. Deswegen folgt gleich ein eigenes Kapitel dazu, welches wirklich gründlich studiert werden sollte.

12. Verlaufsparametertabelle zur Verlaufskontrolle einer homöopathischen Therapie
In die Tabelle werden alle für den Patienten momentan belastenden Symptome eingetragen. Wir nehmen den Ausgangswert 10 = 100 % Beschwerde. Bei Besserung der Beschwerden geben wir weniger Punkte 9, 8, 1... und bei Verschlimmerung der Symptome geben wir 11, 12 ... Diese Verlaufsparametertabelle ist sehr wichtig, damit auch der Patient sieht, was sich verändert. Denn es ist häufig so, dass der Patient oftmals nur seine aktuellen belastenden Beschwerden sieht und die Beschwerden, welche schon mit dem Mittel vergangen sind, nicht mehr als wichtig ansieht. Das kann dann unser Bild verzerren und uns eventuell von einem guten Mittel wieder abbringen. Es ist sehr wichtig, dass man die objektiven Parameter wie Blutdruck, Tumorgröße etc. auch in die Verlaufsparametertabelle mit aufnimmt.

Beispiel für eine Verlaufsparametertabelle:
Ausgangs-Intensität der Beschwerden = 100 % = 10 Punkte.

Verbesserung:
Abnehmen der Punktezahl, Symptom halbiert = 5 Punkte, Symptom verschwunden = 0 Punkte.

Verschlechterung:
Höhere Punktezahl, z.B.: Beschwerde doppelt so stark = 20 Punkte. Diese Verlaufsparametertabellen sind sehr sinnvoll und geben auch dem Patienten eine Sicherheit und eine Kontrollmöglichkeit über seine Symptome. Denn häufig ist es so, dass der Patient diejenigen Symptome, welche sich reduzieren, aus dem Gedächtnis verliert und nur noch die bestehenden beklagt. Wenn wir die Liste haben und den Verlauf richtig beurteilen können, ist es ein großer Vorteil."

Verlaufsparametertabelle




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