Anja Trinklein
Heilpraktikerin
Praxis für Klassische Homöopathie

Wahl der Symptome und des Arzneimittels, Wertung der Symptome

Auszug aus:

Dr. med. Jens Wurster: Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierter Tumore

„Grundsätzlich wird bei der Auswahl der wichtigen Symptome der homöopathischen Tumorbehandlung wie bei der Behandlung chronisch Kranker vorgegangen, aber es können nun Symptome wichtiger werden, wenn sie Bezug zum Tumorgeschehen haben. Das heißt, auch ein gewöhnliches Lokalsymptom kann plötzlich zu einem sehr wichtigen Symptom werden, z.B. Jucken der Brustwarzen, wenn gleichzeitig ein Mammatumor vorliegt (Conium, Sepia). Für die Arzneimittelwahl sind vor allem die „...auffallenden, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles, besonders und fast einzig fest ins Auge zu fassen; denn vorzüglich diesen, müssen sehr ähnliche, in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passendste zur Heilung sein soll...." (Organon § 153).

Die auffallenden Symptome können sich aus der Krankheitsgeschichte ergeben oder auch lokale Erscheinungen am Tumor selbst sein, wie Farbe, Form, Absonderungen, spezielle Schmerzcharakteristik etc. Des Weiteren ist der Geistes- und Gemütszustand des Kranken sehr wichtig, da sich bei jeder Krankheitsmanifestation auch ein ganz eigener individueller Gemütszustand findet: „Dies geht soweit, dass bei homöopathischer Wahl eines Heilmittels, der Gemütszustand des Kranken oft am meisten den Ausschlag gibt, als Zeichen von bestimmter Eigenheit, welches dem genau beobachtenden Arzte unter allen am wenigsten verborgen bleiben kann" (Organon § 211). Zur Erfassung des Geistes- und Gemütszustandes muss man den Menschen in seinem Inneren erkennen können. Da es aber schon schwierig ist, sich selbst zu erkennen, bedarf es hier einiger Hilfsmittel. Träume, Fantasien und Zauberstabwünsche können Hinweise auf unbewusste Inhalte und damit wiederum Hinweise zur Mittelwahl geben. Besonders wichtig ist es, den Gemütszustand zu erfassen, der vor der Erkrankung vorherrschte, dann die Veränderungen im Gemüt seit der Tumorentstehung und den aktuellen Gemütszustand. Es ist wichtig, die Symptome zu hierarchisieren, das heißt Wertigkeitskriterien zu erfassen, nach denen man die zu verwendenden Symptome ordnet und dann für die Repertorisation auswertet.

Hierarchisierung:

I. Auffallende und sonderliche Symptome (§ 153) sind z.B.: Frösteln beim Urinieren, Warze auf der Nasenspitze, oder z.B.: Brustschmerz strahlt nach unten in die Finger (Asterias).
II. Geistes- und Gemütssymptome , wie z.B.: Ängste, Wahnideen.
III. Allgemeinsymptome, Schlaf, Speisen, Menstruation etc. z.B.: Aufschrecken im Schlaf, Verlangen nach eiskalten Getränken, Verstopfung während der Menses.
IV. Lokalsymptome, gewöhnliche Symptome wie Juckreiz etc., spezielle Tumorsymptome. Oftmals können uns aber gut beobachtete Lokalsymptome, wenn sie auffällig und ungewöhnlich sind, direkt Hinweise auf das Heilmittel geben, z.B.: juckende Bläschen nur zwischen den Fingern.
V. Causa (mögliche Ursache), z.B.: Brustabszesse, Verletzungen oder Schläge auf die Brust oder schwerwiegende Kummererlebnisse etc.
VI. Pathologie, miasmatische Betrachtungen, genetische Dispositionen, Impffolgen, Infektionen etc."




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