Anja Trinklein
Heilpraktikerin
Praxis für Klassische Homöopathie

Die Krebsbehandlung mit Homöopathie, Behandlungskonzepte und Hierarchisierunge

Auszug aus:

Dr. med. Jens Wurster: Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierter Tumore

"Es gestaltet sich oftmals sehr schwierig, ein gutes Behandlungskonzept zu erstellen, da wir es in der Klinik oft mit sehr fortgeschrittenen Tumoren zu tun haben. Auch deswegen, weil die Patienten meist erst den schulmedizinischen Weg beschritten haben, bevor sie als letzte Möglichkeit die Homöopathie zurate ziehen. Wie gehen wir vor, wenn wir konkret Patienten vor uns haben, die schulmedizinisch austherapiert sind?

Es ist vielleicht eine besondere Eigenart von mir, dass ich in vielen Fällen, die absolut aussichtslos schienen, den Mut nicht verloren habe und mir dennoch immer gesagt habe, dass wir das Steuer herumreißen können, wenn wir die optimalen homöopathischen Mittel anpassen können. Oft musste ich mir vorwerfen lassen, dass es unverantwortlich von mir sei, einem Menschen, der voller Metastasen ist, zu sagen, dass wir es gemeinsam schaffen können. Diese "schulmedizinisch Austherapierten" sind nun mal offiziell nicht mehr heilbar. Und wenn dann jemand kommt, der sich dieser Menschen annimmt, ihnen Mut und Hoffnung macht und versucht, gemeinsam mit dem Patienten Lösungswege zu erarbeiten, der wird oft sehr kritisiert. Wenn man aber dann Erfolg hat, dann sind alle ganz still und es wird von Spontanheilung gesprochen. Ich werde u.a. einige solcher aufgegebenen "Fälle" präsentieren und anhand der Leidensgeschichten dieser Menschen zeigen, dass man nie sagen sollte, dass ein Mensch unheilbar ist. Denn durch das Suchen dieser Menschen nach einer Heilung und deren letzten verzweifelten Versuch mit der Homöopathie konnte schon in manchen Fällen ein Wunder geschehen. Ich habe die letzten acht Jahre so viele Krebspatienten behandelt, die niemand mehr therapieren wollte, aber ich habe mir gesagt, dass man, wo andere aufhören zu behandeln, erst recht anfangen muss. Vielleicht ist es mein unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Homöopathie, der mir bei jedem Menschen aufs Neue die Kraft gegeben hat, alles zu versuchen und mit dem Ziel an den Fall heranzugehen, dass am Ende eine Heilung steht. Auch wenn man mit der Homöopathie nicht jeden Menschen heilen kann, so kann man doch den Zustand in vielen Fällen verbessern und den Leidensweg erträglicher gestalten. Und wenn es jemandem bestimmt ist, dass sein Leben zu Ende geht, dann bietet die Homöopathie auch im Sterbeprozess eine Hilfe an. Wie gut ist es, wenn wir Patienten im Anfangsstadium des Krebses haben, die noch keine Chemotherapien oder Bestrahlungen hinter sich haben, da diese für uns einfacher zu therapieren sind, weil wir ein klareres Bild der Krankheit mit deren INDIVIDUELLEN Symptomen vor uns haben, und zum anderen müssen wir nicht erst die Nebenwirkungen und Vergiftungen des Organismus durch diese Therapien beseitigen. Bei der homöopathischen Krebsbehandlung ergeben sich oftmals Schwierigkeiten zu erkennen, welche Symptome man zur Mittelwahl heranziehen soll. Hahnemann spricht bei Krebs oft von einer einseitigen Krankheit. Das wird von vielen Behandlern gerne so gedeutet, dass es keine Symptome gäbe, die vorhanden wären, die man zur Arzneimittelwahl heranziehen kann. Das stimmt so nicht, denn man muss durch genaues Hinterfragen auch die aufgetretenen und verschwundenen Symptome, die sich lange Zeit vor Ausbruch der Krebserkrankung gezeigt haben, mit in die aktuelle Analyse einbeziehen.

Vorgehensweise bei der Krebsbehandlung

Wenn Patienten initial mit einem Tumor zu uns kommen, der noch nicht vorbehandelt ist, haben wir meist ein klareres Bild der allgemeinen Symptome des Patienten und der Tumorsymptome und wir können somit leichter die Mittelwahl treffen. Wenn wir Patienten vor uns haben, die schon viele Therapien hinter sich haben, dann wird es komplizierter, weil es oftmals zu einer Vermischung von Symptomen kommt. So kann es sein, dass ein Patient, der sein ganzes Leben immer ein fröhliches, geduldiges Gemüt hatte, nach sechs Zyklen Chemotherapie sehr gereizt und unausstehlich wird. Diese Gereiztheit ist oft eine Reaktion auf die Vergiftung des Organismus durch die Chemotherapie. Es erweist sich oft sehr nützlich, die Therapie mit Nux-vomica oder einem anderen jetzt indizierten Mittel zu beginnen, um diesen Zustand zu besänftigen und die Nebenwirkungen der Chemotherapie auszugleichen (siehe Kapitel Chemotherapie).

Anamnese - Anamneseerhebung bei Tumorpatienten

Wenn wir uns entschließen, Krebspatienten zu behandeln, müssen wir versuchen, die ganze Le-bensgeschichte des Patienten zu erfassen. Dazu gehören alle Erkrankungen, alle Verletzungen psychischer oder physischer Art, Infektionen, Impfbelastungen, Familienerkrankungen und miasmatische Einflüsse. Es ist sehr wichtig, dass wir alle Bedrückungen und Leiden im seelischen Bereich erfassen und dann natürlich die individuellen Reaktionen, wie der Patient mit den belastenden Situationen umgeht. Es kann sein, dass ein Patient auf eine Situation, die uns als gewöhnliche Alltagssituation kaum belasten würde, übermäßig oder unverhältnismäßig reagiert. Da ist es dann ganz wichtig, genau nachzufragen, was es für Auslöser in der Biografie des Patienten gegeben hat, dass er so reagiert. Man muß lernen die Zeichen und Symptome, die uns der Patient im Laufe seiner Krankheitsgeschichte präsentiert, zu erkennen. Wir versuchen normalerweise, die Gesamtheit aller Symptome zu erfassen. Das nennen wir so schön die Totalität der Symptome und wir wollen alle Symptome in der individuellen Darstellung des Patienten erfahren. Der Ausdruck der Krankheit zeigt sich in den Symptomen, die der Patient aufweist. Es erfordert natürlich sehr viel Erfahrung, eine gute Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen, damit der Patient uns die Symptome auch erzählt. Es ist wichtig, die Entwicklung der Krankheitsentstehung zu erkennen und zu erfahren, ob es eventuelle Auslöser (CAUSA) dafür gegeben hat. Das kann einmal bei Mammatumoren ein Schlag auf die Brust sein (Conium, Bellis-perennis), der plötzlich das Gesamtbild ändert, oder eine schlimme Kummersituation, z.B. durch Tod eines geliebten Menschen, die diesen Menschen aus dem Gleichgewicht bringen kann (Natrium-muriaticum). Nach gründlicher Anamnese und Symptomerhebung erfolgt eine Analyse und Wertung der Symptome, die Hinweise auf die Arzneimittelwahl geben sollen. Hierin besteht auch die größte Schwierigkeit, zu erkennen, welche Symptome dem Wesen der Krankheit (§ 7) und des Patienten am ehesten entsprechen."




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