Anja Trinklein
Heilpraktikerin
Praxis für Klassische Homöopathie

Adolf Vögeli

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Biografie

*03. Oktober 1898 in Bülach bei Zürich, †02. Februar 1993 in Pully bei Lausanne.

Adolf Voegeli war der Sohn eines Glasfabrikanten aus Bülach. Er studierte Medizin in der Schweiz, sowie in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. 1925 legte er an der Universität Zürich sein Staatsexamen ab. Nach seiner Weiterbildung in Innerer Medizin und Radiologie praktizierte er zunächst als Allgemeinmediziner in einem kleinen Dorf im Kanton Graubünden. 1928 begab er sich jedoch nach Zürich, wo er sich als erfolgreicher Facharzt für Radiologie niederließ.

1938 zog er nach Pully bei Lausanne um, wo er sich mit der Homöopathie befasste, da er mit den Möglichkeiten der Schulmedizin mehr und mehr unzufrieden wurde. Durch ein Buch des französischen Homöopathen Leon Vannier kam er erstmals mit dieser Heilmethode in Kontakt.

Nach intensivem Studium der Lehre Samuel Hahnemanns und dem Besuch zahlreicher Kurse in Frankreich, Großbritannien und, nach dem Krieg, auch in Deutschland widmete er sich zunehmend der homöopathischen Heilkunst. Auch bei dem bekannten Schweizer Homöopathen Jost Künzli von Fimmelsberg ging er in die Lehre. Bald erkannte er, dass er seine Patienten entweder „allopathisch“ oder homöopathisch behandeln müsse. Eine gleichzeitige oder „gemischte“ Behandlung konnte nicht zielführend sein. Mit zunehmender Erfahrung wurde Voegeli bald ein kompetenter und geachteter Vertreter der klassischen Homöopathie.

Gerade in Deutschland wurde er bekannt durch seine Seminare und seine Veröffentlichungen „Heilkunst in neuer Sicht“ (1955), „Das ABC der Gesundheit“ (1957), „Die korrekte homöopathische Behandlung in der täglichen Praxis“ (1958) uvm.

Voegeli war einer der Gründer der „Zeitschrift für Klassische Homöopathie“ im Jahre 1957. Er vertritt die Verschreibung homöopathischer Wirkstoffe in der Potenzierung LM und berichtet in seinem Werk „Heilkunst in neuer Sicht“ (1955) über die „Potenzierung 50 Tausendstel“, wie sie in §270 der 6. Auflage von Hahnemanns Organon der Heilkunst beschrieben ist. Er war sich bei der Veröffentlichung seiner Forschungen immer bewusst, dass die Anwendung dieser Verdünnungen Wasser auf die Mühlen der Gegner der Homöopathie waren. „Die Allopathen beschuldigen uns, solch kleine Dosen anzuwenden, die unmöglich eine heilende Wirkung haben können. Sie urteilen darüber ohne eine Ahnung zu haben, was eine 30-Hundertstel oder gar 50-Tausendstel-Potenz eigentlich darstellt.“

Dr. Voegeli gibt zu, dass auch er anfänglich Zweifel an der Wirksamkeit solcher stark verdünnten Heilmittel hatte. Nachdem er jedoch in seiner Praxis Patienten mit diesen, LM- oder Q-Potenzen genannten Verdünnungen, erfolgreich behandelt hatte, war er überzeugt, dass Hahnemann mit seiner Methode der Potenzierung Recht hatte.

„In Tausenden von Tests konnte ich mich davon überzeugen, dass die 50-Tausendstel-Potenzen eine viel stärkere und länger anhaltende Heilwirkung hatten, als die Zentesimalpotenzen.“

Voegelis Erklärungsversuch für die Wirksamkeit dieser „astronomischen Verdünnungen“ war, dass wohl „energetische Eigenschaften“ der Heilsubstanz auf das Lösungsmittel übertragen wurden. Er nannte daher die 50-Tausendstel-Potenzen (ab LM 4) „substanzlose biologische Energieeinheiten

Wir finden ähnliche Erklärungsversuche, die von der Kernphysik beeinflusst waren, in der späteren Homöopathischen Literatur. Möglicherweise wusste Voegeli von den Experimenten mit Q-Potenzen, die Rudolf Flury zu dieser Zeit durchführte. Auch Voegelis Lehrer, Leon Vannier, hatte sicherlich eigene Erfahrungen auf diesem Gebiet, hat darüber jedoch keine genaueren Angaben gemacht.

Nach den ersten homöopathischen Seminaren, die Voegeli in Freiburg und Überlingen abhielt und durch die Veröffentlichung von Voegelis Werk „Die Heilkunst in neuer Sicht“, stieg die Nachfrage nach LM-Potenzen (L = 50, M = 1.000) rapide an. Das veranlasste einen Studenten von Adolf Voegeli, Willi Sewerin aus Gütersloh, diese Dosierungen in großen Mengen in den Handel zu bringen. Er gründete die Arcana GmbH & Co. KG, die diese Potenzen noch heute herstellt und vertreibt.

Dr. Adolf Voegeli erlitt im Januar 1993 einen Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung und Ausfall des Sprachzentrums, von dem er sich nicht mehr erholte. Der große Schweizer Homöopath verstarb am 2. Februar 1993 im Alter von 94 Jahren.


Veröffentlichungen (Auszug):

Heilkunst in neuer Sicht (1955)
Das ABC der Gesundheit (1957)
Die korrekte homöopathische Behandlung in der täglichen Praxis (1958)
Die rheumatischen Erkrankungen (1961)
Magen-, Leber- und Galle-Erkrankungen (1963)
Das Asthma und seine Behandlung (1964)
Die Kreislauferkrankungen (1970)
Medizin auf Wegen und Irrwegen (1973)
Leit- und wahlanzeigende Symptome der Homöopathie (1984)




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