Anja Trinklein
Heilpraktikerin
Praxis für Klassische Homöopathie

Dr. Cyrus Boger

Photo Courtesy of Homéopathe International
Quelle: Homéopathe International 2001

Biografie

*13. Mai 1861 in Annville, Pennsylvania, †02. September 1935

Cyrus Maxwell Boger war der Sohn von Professor Cyrus Boger, dem Rektor der „Lebanon High School“ in Philadelphia und dessen Ehefrau Isabelle Maxwell Boger.

Boger studierte zunächst Pharmazie am Philadelphia College für Medizin und danach Homöopathie am „Hahnemann Medical College in Philadelphia, wo er 1888 graduierte. Dr. Bogner eröffnete in Parkersburg, West Virginia eine homöopathische Praxis, die er bis zu seinem Tod betrieb.

Dr. Boger war drei Mal verheiratet. Eine Tochter aus erster Ehe starb sehr jung. Aus seiner zweiten Ehe gingen vier Söhne und fünf Töchter hervor. Seine dritte Frau, Anna M. Boger, war seine Sekretärin und engste Mitarbeiterin.

Er widmete seine gesamte Kraft der Wissenschaft und der Forschung. Seine Veröffentlichungen und seine große, in seiner Praxis gesammelte Erfahrung trugen dazu bei, dass er zu den bedeutendsten homöopathischen Ärzten seiner Zeit gezählt wird. Oft referierte er vor wissenschaftlichem Publikum am „Pulte Medical College“ in Cincinnati und lehrte außerdem Philosophie, Materia Medica und Repertorium an der „American Foundation for Homoeopathy“ (AFH) von 1924 bis zu seinem Tod.

Als treuer Schüler von Dr. Bönninghausen befasste Boger sich intensiv mit dessen Werken.. Er hatte deutsche Vorfahren und sprach fließend deutsch. So konnte er die Bücher Clemens von Bönninghausens im Original lesen. Er übersetzte die Texte ins englische und schrieb Kommentare zu dessen Veröffentlichungen. 1905 gab er „Bönninghausen’s Characteristics and Repertory“ heraus.

Sein wichtigster Beitrag zur homöopathischen Lehre war wohl die Zusammenfassung und Erläuterung der wesentlichsten Merkmale scheinbar getrennter Symptom-Gruppen in seinem „A Synoptic Key of the Materia Medica”.

Daneben war Dr. Boger auch Mitglied der „West Virginia Homeopathic Society“ und zeitweise sogar deren Präsident. Ebenfalls war er Mitglied in der „International Hahnemann Association“ (IHA) und wurde von der Sektion Niagara Falls zu deren Vize-Präsident gewählt.

Die Entwicklung der Homöopathie in den Vereinigten Staaten stand im krassen Gegensatz zu der Entwicklung in England. In den USA erlebte diese Heilkunst eine Blütezeit. Man war sich in Fachkreisen einig, dass man nur durch den regen Austausch der gewonnenen Praxiserfahrungen und der Gradlinigkeit in der Befolgung der Lehre Samuel Hahnemanns das hohe Niveau der homöopathischen Anwendungen bewahren könne.

Dr. Cyrus Maxwell Boger starb am 2. September 1935 im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer Vergiftung, die er sich durch den Verzehr einer Dose selbst eingelegter, jedoch verdorbener Tomaten zugezogen hatte.

Da Dr. Bogner sich bei seinen Vorträgen und Veröffentlichungen einer präzisen aber knappen Ausdrucksweise bediente, ist das Studium seiner Methodik nicht leicht. Zudem hat er keine Aufzeichnungen zu Idee und Anwendung seiner Werke „Synoptic Key“ und „General Analysis“ hinterlassen. Da überdies ein Brand 1929 seine Praxis vernichtete, ist man heute auf IHA-Protokolle, Übersetzungen von IHA-Aufzeichnungen und Erfahrungsberichte anderer Homöopathen angewiesen, um Dr. Bogers Methodik zu verstehen, und die Arbeit mit seinen Werken zu erlernen.

Ein Zitat Dr. Cyrus Maxwell Bogers lautet:

„Alle Krankheiten zeigen uns zwei Klassen von Erscheinungen; einerseits solche, mit denen sie bestimmt bzw. benannt werden, das sind die diagnostischen Symptome. Andererseits jene, die eigentümlich sind für Einzelpersonen und Fälle, die oft scheinbar keinen Einfluss auf die Krankheit haben und darum eigentümliche/eigenwillige Symptome (idiosyncratic symptoms) genannt werden“.


Literatur:
Bönninghausens Therapeutisches Taschenbuch, 4. aktualisierte Auflage 2012 (Gypser/Bönninghausen)
Bönninghausens Homöopathische Lochkartei (Bönninghausen)
Der Homöopathische Hausarzt (Bönninghausen)
Bönninghausens Charakteristika und Repertorium (Boger, Cyrus Maxwell)




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