Anja Trinklein
Heilpraktikerin
Praxis für Klassische Homöopathie

William Boericke

Photo Courtesy of Homéopathe International
Quelle: Homéopathe International 2001

Biografie

*26. November 1849, Asch, †01. April 1929, San Francisco.

William Boericke wurde als Sohn von Oskar Francis Boericke und seiner Ehefrau Katherina, geb. Geyer im Böhmisch-Deutschen Grenzgebiet geboren. Sein Geburtsort gehörte damals zu Österreich. Er studierte ein Jahr lang an der Universität in Wien Medizin. Dann emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo sich seine Familie in Ohio niederließ. Am „Hahnemann Medical College“ in Philadelphia legte er 1876 legte er am „Philadelphia Medical College sein Examen ab. 1880 graduierte er erneut am „Hahnemann Medical College, ebenfalls in Philadelphia. Kurz danach zog er nach San Francisco. 1881 war er Mitbegründer des „Pacific Homeopathic Medical College of San Francisco” und des “Hahnemann Hospitals”, damals der University of California zugehörig. An dieser Universität war Boericke der erste Professor für Materia Medica und bekleidete dieses Amt 30 Jahre lang.

Einige Quellen sprechen davon, William Boericke habe in San Francisco die Niederlassung der „Boericke & Tafel Homeopathic Pharmacy“ übernommen. Als gesichert gilt jedoch lediglich, dass Francis Edmund Boericke, ein Bruder von Williams Vater, in dieser renommierten Apotheken-Kette eine leitende Funktion hatte.

Es gab zu dieser Zeit über 2.400 homöopathische Ärzte in den Vereinigten Staaten, allein 700 in New York und über 300 in Pennsylvania. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, eröffneten Boericke und Tafel Apotheken in New Orleans, Pittsburgh, Washington D.C., Minneapolis, Chicago, Cincinnati und San Francisco, zusätzlich zu den bereits bestehenden in New York und Philadelphia. In diesen Apotheken gab es auch Bibliotheken, in denen alle relevanten homöopathischen Werke der damaligen Zeit erhältlich waren.

Boericke war ein überaus produktiver Autor und seine Bücher wurden zu Standardwerken für moderne Homöopathen. Zusammen mit James William Ward finanzierte er den Kauf von Hahnemanns Nachlass durch Richard Haehl. Dieses Vermächtnis enthielt die bis dahin noch unveröffentlichte 6. Auflage von Hahnemanns Organon der Heilkunst. Noch bevor diese letzte Auflage des Organon herausgegeben wurde, übersetzte Boericke das Manuskript ins Englische.

1883 heiratete er Kate Fay aus Massachusetts. Sie gebar ihm zwischen 1885 und 1893 sieben Kinder, 5 Söhne und zwei Töchter.

Zusammen mit Willis Alonzo Dewey schrieb er „The Twelve Tissue Remedies of Schussler“ welches 1888 erschien. (auf deutsch: „Die zwölf Schüssler-Salze“)

1901 gab Boericke sein Werk „Homeopathic Materia Medica“ heraus. Sein Bruder Oscar fügte 1906 ein Repertorium hinzu. Dieses Handbuch findet man in fast allen homöopathischen Bibliotheken. Es ist eine Anleitung für hunderte von homöopathischen Heilmitteln, von denen einige sonst nirgendwo beschrieben sind.

Von 1880 bis 1920 war Dr. William Boericke unter allen Ärzten San Franciscos die Erste Wahl. Seine Familie gehörte zu den angesehensten der ganzen Stadt. In der Tat kamen seine Patienten aus der ganzen Welt, um sich von ihm homöopathisch behandeln zu lassen.

Er arbeitete hart und seine Familie verehrte und liebte ihn. Für seine fast 80 Jahre war er geistig und körperlich fit. Anfang 1929, nach einem Wettlauf mit seinem Sohn, zog er sich jedoch eine hartnäckige Angina zu, von der er sich nicht mehr erholte. Am 1. April 1929 starb er an einem schweren Herzinfarkt.

Dr. William Boericke wurde im Cypress Lawn Memorial Park in Colma, San Mateo County, California beigesetzt.

Zwei Monate nach seinem Tod brannte sein Wohnhaus bis auf die Grundmauern nieder. Das Einzige, was man retten konnte, waren seine homöopathischen Bücher.


Literatur:

Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre, William Boericke, 5. erweiterte und überarbeitete Auflage 2013
The Twelve Tissue Remedies of Schussler, William Boericke/Willis Alonzo Dewey Die zwölf Schüssler-Salze, William Boericke/Willis Alonzo Dewey
Handbuch der Homöopathischen Materia Medica, William Boericke, 3. Auflage 2004




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