Anja Trinklein
Heilpraktikerin
Praxis für Klassische Homöopathie

Biochemie

Dr. WILHELM HEINRICH SCHÜßLER

Wilhelm Heinrich Schüßler wurde 1821 in Bad Zwischenahn geboren und war homöopathischer Arzt. Bekannt wurde er durch die von ihm entwickelte "Biochemische Heilweise" und der damit verbundenen Therapie mit den Schüßler-Salzen. Zunächst arbeitet er noch ohne Approbation als Übersetzer und Heiler. Aufgrund zunehmender Schwierigkeiten mit anderen Ärzten entschloss er sich spät, mit 30 Jahren, Medizin zu studieren. Er absolvierte das Studium rasch in nur 2 Jahren und erhielt 1875 die Approbation und konnte fortan als Arzt praktizieren. Seine Konzentration lag eher auf der Homöopathie aber er ließ folgendes verlautbaren:

"Wer von kleinen Gaben hört, denkt gewöhnlich sofort an Homöopathie. Mein Heilverfahren ist aber kein
homöopathisches, denn es gründet sich nicht auf das Ähnlichkeitsprinzip, sondern auf die physiologisch-
biochemischen Vorgänge, welche sich im menschlichen Organismus vollziehen."

Wilhelm Heinrich Schüßler 1821-1898 – Zitat aus dem Werk "Eine abgekürzte Therapie : Anleitung zur biochemischen Behandlung der
Krankheiten.", 42. Auflage, Oldenburg : Schulze, 1917


Er sah den Ansatz von Erkrankungen eher im gestörten Mineralstoffhaushalt und nicht, wie die klassischen Homöopathen, in der Verstimmung der Lebenskraft (Dynamis). Der klassisch homöopathische Ansatz überzeugte ihn nicht, v.a. wegen der für ihn nicht "überschaubaren Menge der Arzneien". 1873 veröffentlichte er zum ersten Mal seine Theorie in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung. Diese Theorie fand nicht sofort Anhänger, sondern wurde mit Skepsis betrachtet. 1878 veröffentlichte er dann sein Werk "Eine Abgekürzte Therapie".

1885 wurde durch den Rechnungsrat August Meyer der erste Biochemische Verein in Deutschland in Oldenburg gegründet. Das war der Beginn der Biochemie. Bis zu seinem Tod 1898 in Oldenburg hat Schüßler an seinen Werken gearbeitet. Geprägt durch Virchows Entdeckungen zur Medizin und Jacob Moleschotts Erkenntnissen zur Bedeutung der Mineralsalze im menschlichen Organismus studierte und untersuchte er den menschlichen Körper. Durch das Verbrennen von Leichenteilen fand er in der Asche Spuren von Salzen. So konnte er bestimmen, welche Mineralien in den unterschiedlichen Organen und Geweben vorkommen. Viele davon konnte man erst viel später durch die moderne Technik nachweisen. Dabei stellte sich heraus, dass Dr. Schüßler bei allen Recht hatte. Und das schon vor über 100 Jahren. Mineralungleichgewichte führen zu Dysfunktionen und Krankheiten. Es gilt als unstrittig, dass der Körper Mineralsalze benötigt. Allerdings erkannte Schüßler, möglicherweise durch seine Kenntnisse der Homöopathie, dass ein entscheidender Faktor zum Erfolg war und ist, dass die Ausgangssubstanzen durch die Verreibung und Verdünnung der Minerale einen direkten Zugang in die Zelle im gewünschten Ausmaß garantieren. Überdies würde die Potenzierung nicht nur die fehlenden Mineralstoffe ausgleichen (wie wenn sie durch und mit der Nahrung aufgenommen werden), sondern sie wirken metabolisch stimulierend und können so auch Gewebe reorganisieren. "Die Biochemie verfolgt das Ziel, die physiologische Chemie zu korrigieren, die von der Norm abgewichen ist", so Dr. Schüßler. Zu Lebzeiten führte er viele Versuche mit Einverständnis der Patienten durch, beschränkte sich aber zu Lebzeiten auf die ersten 12 Mineralsalze. Zunächst veröffentlichte Dr. Schüßler 1874 "Eine abgekürzte Therapie" Später nannte er sein Heilsystem um - in Biochemie (BIO = LEBEN), (CHEMIE = NATURWISSENSCHAFTLICHER ZWEIG).

Wilhelm Heinrich Schüßler verstarb am 30.03.1898 in Folge eines Apoplex, kurz bevor er die Korrektur der 25. Ausgabe seiner "abgekürzten Therapie" vollenden konnte. Zeitlebens machte er sich einen großen Namen mit seinen Heilerfolgen. Er gilt heute noch als der Begründer der Biochemie.

SCHÜßLER-SALZE

Der Körper braucht Mineralstoffe. Das sind lebenswichtige Nährstoffe, anorganische Salze, die unser Körper nicht selber produzieren kann, sondern die wir über unsere Nahrung aufnehmen. Erst eine Dysbalance oder Mangel ermöglichen Krankheit, so Dr. Schüßler, was im Umkehrschluss für ihn bedeutete, dass eine gezielte Einnahme von Mineralstoffen zur Heilung führen müsse.

Die den klassischen Homöopathen sehr bekannten alten Homöopathieprofessoren William Boericke und Willis Alonso Dewey hinterließen in ihrem Vermächtnis ein Buch zu den 12 Schüßler-Salzen, welches 1888 und in der zweiten Auflage 1890 erschien. In ihrer ersten Auflage schrieben sie: "Wir sympathisieren keinesfalls mit dem Ansatz von Schüßler und einigen anderen, die die Schüßler-Salze als für alle Zwecke ausreichend erachten. Allein Arzneimittelprüfungen können dies belegen. Vorläufig denken wir wie Dr. J. C. Morgen, dass Schüßler damit die Chance einer bedeutsamen und notwendigen Ergänzung zur Materia Medica vergibt, indem er alle organischen Mittel wie Belladonna, Hyoscyamos oder Aconitum verwirft, obwohl diese die Schüßler-Arzneien noch wertvoller machen, da sie als Gegenstück wie die zweite Schneide einer Schere fungieren. Ohne diese würde ihre heilende Wirkung häufig unvollständig bleiben…". Im Jahre 1890 schrieben sie dann in ihrer zweiten Auflage: "Diese Zellsalze sind zu kostbar, als dass sie nur im Sinne der pathologischen Indikationen verwendet werden sollten, die Schüßler festgelegt hat. Sie alle sind es wert, dass man sie gewissenhaft prüft, um noch charakteristische Besonderheiten und genauere Feinheiten in Bezug auf ihre therapeutischen Anwendungen herauszuarbeiten; dies ist bei einigen gemacht worden und wird zweifelsohne noch mit allen anderen gemacht werden. Erst dann werden die 12 Schüßler-Salze dauerhaft ihre rechtmäßige Stellung in der Materia Medica einnehmen und sich als Polychreste höchsten Ranges erweisen." (Auszug : die zwölf Schüßler-Salze – Professor Dr. William Boericke – Professor Dr. Willis Alonso Dewey – von Horst Emmrich – Verlag Peter Irl)

Bei den Schüßler-Salzen handelt es sich also um chemische Verbindungen von Metallen und auch Nichtmetallen. Diese entstehen durch eine Wasserspaltung von Säuren auf Basen. Salze setzen sich aus den kleinsten Teilchen, den Ionen, zusammen. Das erste Wort bezeichnet den metallischen Anteil im Salz. Das zweite Wort den nichtmetallischen Anteil. Dr. Schüßler entwickelte die Schüßler-Salze durch die oben genannte Potenzierung so, dass sie ihre Wirkung gezielt entfalten können. Dazu muss die Zellmembran durchdrungen werden. Es gibt sie in Form von Tabletten, Globuli (Streukügelchen), Pulver und Tropfen. Zu Schüßlers Zeiten gab es zum Beispiel nur Pulver. Das Pulver wurde in Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken. Wenn man den Milchzucker, der in den Schüßler-Salzen enthalten ist, nicht verträgt, sollte man auf die Tropfen zurückgreifen. Dabei handelt es sich um eine alkoholische Lösung. Bei der Einnahme gilt: 5 Tropfen entsprechen dem Inhalt einer Tablette. Aber meine Erfahrung zeigt, dass selbst laktose-empfindliche Menschen Schüßler Salze häufig vertragen, wenn diese mit Wasser verdünnt aufgenommen und nicht gelutscht werden.

In der genauen Betrachtung der menschlichen Zelle zeigt sich ihre Funktion (Metabolismus, Bewegung, Vermehrung, Wachstum, Vererbung, Reizbarkeit usw.). Das Zellplasma (Zytoplasma, Zellorganellen und Zellkern) reguliert den Grundumsatz. Virchow als Begründer der Zellpathologie sagte einmal "Die Krankheit des Körpers ist die Krankheit der Zelle". Vereinfacht kann man sagen, dass Schüßler-Salze unsere Zellen gezielt mit Mineralstoffen (als Bausteine zur reibungslosen Funktion der Körperzelle und Gewebegewebe) versorgen. Der Unterschied zu herkömmlichen Mineralpräparaten liegt wohl darin, dass die handelsüblichen Minerale in den Säften unseres Körpers verbeiben und dadurch leichter überdosiert werden. Erst die Potenzierung (Verdünnung) der Minerale macht sie aufnahmefähig. Das erkannte schon Schüßler. Er sagte: "um Schaden zu Verhüten und um die die Zelle aufnahmefähig für die Mittel zu machen, müssen dieselben (Mineralstoffe) verdünnt werden". So wirken sie für die Zelle stimulierend, wie Katalysatoren oder auch Impulsgeber für den Selbstheilungsprozess und Lebensablauf in Zelle und Gewebe. Die grobstofflicheren Minerale verbleiben eher in Blut, Lymphe und Gewebsflüssigkeiten. Erst durch intrazellulären Mangel entsteht ein Problem für den Organismus.

Schüßler selbst beschäftigte sich mit diesen 12:
01.  Calcium fluoratum - D 12
02.  Calcium phosphoricum - D 6
03.  Ferrum phosphoricum - D 12
04.  Kalium chloratum - D 6
05.  Kalium phosphoricum - D 6
06.  Kalium sulfuricum - D 6
07.  Magnesium phosphoricum - D 6
08.  Natrium chloratum - D 6
09.  Natrium phosphoricum - D 6
10.  Natrium sulfuricum - D 6
11.  Silicea - D 12
12.  Calcium sulfuricum - D 6 (hierfür verwendete er ersatzweise auch die Kombination von SIL & NAT P)

Schüßler war sich bei der Nr. 12 nicht völlig im Klaren, und um kein schlecht geprüftes Mittel zu empfehlen, verwendete er stattdessen auch die Kombination von SIL und NAT P). Die Nachfolger integrierten die Nr. 12 wieder und nahmen noch einige neue Mittel, die sogenannten Erweiterungsmittel mit auf. Heute stehen uns 27 Mineralstoffe in der Aufbereitung nach Schüßler zur Verfügung.


Anwendungsformen der Mineralstoffe

Es gibt verschiedene Anwendungsformen, um die Mineralstoffe zu sich zu nehmen und somit auch verschiedene Einnahmeempfehlungen.

Tabletten lösen sich im Mundraum auf und sollen daher nicht geschluckt werden, sondern im Munde zergehen. Die "Heiße Sieben" ist Magnesium phosphoricum. Es ist das schmerzstillende und entkrampfende Salz. Erwachsene können bis zu 10 Tabletten am Tag in heißem Wasser auflösen und schluckweise trinken. Bei Kindern werden durchschnittlich max. 5 Tabletten verordnet. Bei einer Kombinationstherapie wird nach Notwendigkeit verordnet.

Beim SALBEN wird eine dünne Schicht auf die Haut aufgetragen und einmassiert. Das auch kann – je nach Verordnung - mehrmals am Tag geschehen. In der Regel ist dafür kein Verband nötig, außer wenn die Salbe messerrückendick aufgetragen wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der Verband am Tag mehrmals gewechselt wird.

Eine andere Möglichkeit zum Salben, sind Gele. Durch den hohen Wasseranteil und die Fettfreiheit im Gel wird ein leichteres Eindringen der Mineralstoffe in das Hautgewebe ermöglicht.

Wünscht man eine intensivere Tiefenwirkung kann man ein Cremegel mit rückfettendem Anteil verwenden. Die Anwendung von Cremegel wird bei eher chronischen Beschwerden gewählt. Meist eingesetzt bei längerer Anwendungsnotwendigkeit, wie z.B. bei Krampfadern.

Man kann Mineralstoffe auch direkt auf die Haut auflegen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen werden die Mineralstoffe in Wasser aufgelöst und darin Mullbinden, Wickel, Tücher oder Tupfer eingetaucht und anschließend direkt auf die Haut aufgelegt. Zum anderen können die Mineralstoffe zu einem Brei angerührt und auf die Haut aufgetragen werden.

Eine weitere Anwendungsform ist, die Mineralstoffe (ca. 10-20 Tabletten) im Badewasser aufzulösen und sie so als Bäder (auch Fußbad) zu nutzen. Gerne empfohlen:

Badezusatz

"Basenbad" – zur Entsäuerung (gut in Kombination mit einem Basentee) bei max.37 Grad bei max. 15-20 min Aufenthalt im Bad.
 

NAT P (20 stk)
NAT S (15 Stk)
Zusammen mit einemTütchen Natron im Wasser auflösen.

Wenn jedoch kein Bad oder Fußbad genommen werden kann, dann kann man die Mineralstoffe in Form von Waschungen und/oder Wickel auf die Haut auflegen. Das funktioniert im Prinzip wie beim Auflegen der Mineralstoffe. Man löst die gewünschten Mineralstoffe in einer Waschschüssel im Wasser auf und über Tücher legt man diese dann auf die Haut.


Kuren

Kuren können individuell vom Heilpraktiker oder Arzt für Sie zusammengestellt werden.
Hier exemplarisch angeführt die Antibiotikabehandlung, die, wie jeder weiß auch gesunde Flora in Mitleidenschaft zieht, kann neben der Symbioselenkung (Darmsanierung) gut durch eine kurmäßige Anwendung von Schüßler-Salzen unterstützt werden. Die hier aufgeführten Mittel können allein oder in Kombination (je nach individueller Symptomatik) in Frage kommen.

Antibiotika

MISSBRAUCH und/oder längerer Gebrauch von ANTIBIOTIKA
 
 

NAT P (20 stk)
NAT S (15 Stk)
Zusammen mit einemTütchen Natron im Wasser auflösen.



BEGLEITHERAPIE

Schüßler-Salze stellen für den klassischen Homöopathen das ideale Adjuvans dar. Es ist möglich neben dem konstitutionellen klassisch homöopathisch gewählten Arzneimittel, und/oder neben dem benötigten homöopathischen Organmittel parallel Schüßler-Salze einzusetzen ohne Mittelwechselwirkungen zu befürchten. Im Gegenteil, sie sind die idealen Helfer und werden dafür häufig gerne eingesetzt.

Nehmen wir das Beispiel Sodbrennen. Der Patient benötigt auf Grund der individuellen Symptomatik ein Mittel wie NUX VOMICA – BISMUTHUM – LYCOPODIUM – MAGNESIUM CARBONICUM oder PULSATILLA und der/die Patient/in möchte zusätzlich keine schulmedizinischen Antazida verwenden. In einem solchen Fall kann man NATRIUM PHOS in der D 6 und MAGNESIUM PHOS D 6 gemeinsam zusätzlich empfehlen, was die chronische Umstimmungstherapie stark unterstützt.

Sodbrennen

Allgemein, druck im Magen, als wenn ein Stein im Magen läge, brennt nur unten.

Zur Regelung der Darmtätigkeit.

NAT P
 
  
MAG P

Nehmen wir zum Beispiel die Behandlung von Rheuma, das in sich eine langwierige und schwierige Konstitutionstherapie erfordert. Auch hier helfen die Schüßler-Salze sehr stark, den Patienten zu erleichtern. Der Behandler kann dann, je nach Beschwerdelage, das jeweilige infrage kommende Schüßler-Salz mit dazu verschreiben. Ähnlich wie in der Homöopathie sind auch hier jeweils mehrere Mittel denkbar, die dann entsprechend individuell verschrieben werden können. Als „Gewebeunterstützer“ wirken sie hervorragend.

Hier ein kurzer Überblick über den Auszug aus dem Schüßler-Repertorium, bezogen auf rheumatische Beschwerden.

Rheuma – Rheumatismus

Allgemein

 
Bei geschwollenen Gelenken zusätzlich.

Bei reissenden Schmerzen.

Besonders der kleinen Gelenke (zusätzlich).

Chronische Schmerzen.

Knoten an Sehnen und Nerven.

Muskelrheumatismus - Weichteilrheumatismus.

Verbunden mit starkem Schweiß

Wenn die Schmerzen wandern.

AT CHL – NAT P – CALC S – LITH – MANG S – CUPR ARS – ZINC CHL – AUR CHL NAT
 
NAT CHL – NAT S
 
NAT P – SIL – CALC S
 
LITH
 
CALC P – FERR P – NAT P – SIL – CUPR ARS
 
Zusätzlich VERMHERT SIL
 
FERR P – KALI S – NAT P – SIL CALC S
 
Zusätzlich NAT CHL
 
Zusätzlich KALI S – NAT S




Dosierung – Säuglinge, Kinder, Erwachsene

Wie eingangs erläutert, werden die Mineralstoffe verdünnt verabreicht, damit sie die Zellmembran passieren können. Die Dosierung findet am häufigsten in den Potenzen D6 und D12 Gebrauch. Das erste Schüßler-Salz Calcium fluoratum, wird meistens in der D12 verabreicht, wie Ferrum phosphoricum, Schüßler-Salz Nummer 3 und Silicea, Schüßler-Salz Nummer 11. Die anderen Schüßler-Salze finden wir meistens in der Potenz D6.

Der Bedarf ist bei jedem unterschiedlich, so kann auch die Dosierung unterschiedlich sein. Die Dosierung fällt bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen unterschiedlich aus. Manche Mineralstoffe werden über das Stillen auch übertragen. Säuglinge können Schüßler-Salze bereits in geringer Dosierung erhalten. Am besten verabreicht man die Tablette bei Säuglingen in Form von einem Brei. Den Brei dann in die Mundhöhle des Säuglings streichen oder vor dem Stillen auf die Brustwarze auftragen. Zur Dosierung und Anwendung fragen sie bitte unbedingt ihren Heilpraktiker oder Arzt.

Die Spuren des Alters werden auch bei den Erkrankungen sichtbar und so kann es schon sein, dass ein älterer Mensch häufiger auf die Schüßler-Salze zugreift. Die Dosierung fällt hier auch anders aus, weil oftmals Mineralstoffe zu einer Art „Cocktail“ gemischt werden und bei Kindern häufiger eine Mineralstoffergänzung ausreicht.


Dauer und Einnahme

Wenn man davon ausgeht, dass durch die Einnahme von Mineralstoffen die Symptome nicht mehr vorhanden sind, heißt das nicht, dass der Körper nun ausreichend versorgt ist. Es kann nämlich bei jeder Art von Belastung wieder zum Ausbruch der Krankheit kommen, wenn die Mittel zu früh wieder abgesetzt wurden. Der Körper hatte dann nicht die Möglichkeit, den körpereigenen Speicher aufzufüllen und kann so nicht auf diesen zugreifen, wenn Belastungen auftreten.

Es ist nicht möglich, eine genaue Dauer der Einnahme festzulegen, weil jede Belastung anders behandelt werden muss. Es kann sich also um Wochen, Monate oder auch um Jahre handeln. Menschen, die jedoch einer Belastung sehr oft ausgesetzt sind, ist es zu empfehlen, auf Mineralstoffe in Form der Schüßler-Salze zurückzugreifen. So wird verhindert, dass der Körper auf die Reserven zurückgreifen muss. Die Idee der Biochemie nach Dr. Schüßler geht davon aus, dass durch nicht ausreichende oder bei fehlender Mineralisierung letztendlich eine Krankheit mindestens begünstigt, wenn nicht gar ausgelöst wird.

Bei schwerwiegenden Krankheiten können Mineralstoffe nur als ein Zusatz (Adjuvans) gesehen werden. Sie können auf diesem Weg Krankheiten nicht heilen, aber doch die Beschwerden lindern.

Für die individuelle Zusammenstellung und/oder Dauer und Anwendung von Schüßler- Salzen fragen sie bitte ihren Heilpraktiker oder Arzt.


Nebenwirkungen

Ein großer Vorteil der Schüßler-Salze ist die extreme nebenwirkungsarme Grundsituation und dass es so gut wie keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gibt. Eine gezielte Einnahme ermöglicht einen stark positiven Effekt für unsere Genesung. Schon bei der Einnahme der richtigen Schüßler-Salze bei den ersten Anzeichen einer Krankheit, können diese schnelle Erfolge erzielen. Mitunter kann der Milchzucker, der in den Tabletten enthalten ist, zu einer weichen Konsistenz des Stuhlgangs führen. Jedoch ist Diarrhoe auch eher selten.

Von einer möglichen Abhängigkeit wird in der Literatur eher nicht gesprochen, weil man davon ausgeht, dass der Körper lediglich versucht seinen Mangel zu signalisieren (d.h. wenn das Bedürfnis nach biochemischen Funktionsmitteln besteht) und nach Einnahme, wenn eine Besserung der Symptomatik eintritt, Reduzierung oder Absetzung komplikationslos möglich ist.

Sollen Sie sich bei der Wahl des richtigen Schüßler-Salzes oder über die Einnahmezusammenstellung und Dosierung nicht sicher sein oder wenn es sich um bei ihrer Grunderkrankung um eine seltene Erkrankung oder eine medizinische Behandlung, die hier nicht aufgeführt wird handelt, dann wenden Sie sich an einen Heilpraktiker oder Arzt.


Einschränkungen

Menschen mit Allergien, zum Beispiel auf Milchzucker oder Weizenstärke, ebenso wie Menschen mit einer Laktose-Intoleranz sollten unbedingt das Gespräch mit einem Arzt oder Heilpraktiker suchen, um so informiert zu werden, ob sie ohne Bedenken die Salze zu sich nehmen können. Es gibt viele Salze, in denen Milchzucker als Trägermittel fungiert.

Menschen die unter Zölliakie (Glutenunverträglichkeit, bei Verzehr von Getreideprodukten chronische Diarrhoe) leiden, oder sehr empfindlich gegen Weizenstärke reagieren, sollten auf biochemische Funktionsmittel zurückgreifen, die glutenfrei sind. Einige Anbieter haben die Weizenstärke durch Kartoffelstärke ersetzt.

Wichtig zu wissen für Diabetiker: 1 Tablette von 250 mg enthält 0,021 BE (Broteinheit). Bei 48 Tabletten kommt man auf 1 BE.

Menschen mit einer Nierenerkrankung sollten sich unbedingt vom Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen. Laut medizinischer Meinung dürfen sie in der Regel keine grobstofflichen Mineralsalze zu sich nehmen. Bei Schüßler-Salzen gibt es jedoch oftmals eine Ausnahme.

Während der Schwangerschaft und auch während der Stillzeit können die Schüßler-Salze Nr. 1 bis 12 nach Rücksprache mit dem Behandler und individueller Einschätzung meist bedenkenlos eingesetzt werden. Bei den anderen Salzen sollte man sich mit dem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker auseinandersetzen und besprechen, ob und wie sie eingenommen werden können. Einige der Salze haben sich während der Stillzeit, bei Schwangerschaftsbeschwerden und auch beim Wachstum des Kindes im Mutterleib bewährt.

SCHÜßLER-SALZE



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